Sicherheitsschuhe

Teil von Sicherheitsschuhe kaufen: Prüfzeichen, Weiten und Einsatzbereiche richtig auswählen

Sicherheitsschuhe S1P, S3 und S7 im Vergleich

Sicherheitsschuhe S1P, S3 und S7 im Vergleich: Durchtrittschutz, Sohlenmaterial, Einsatzbereich und Preise je Paar in Euro inkl. 19 % MwSt. für den Einkauf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • S1P und S3 enthalten bei geführtem P beide einen Durchtrittschutz; der Unterschied liegt im Obermaterial und im Sohlenprofil.
  • S3 verlangt wasserdichtes Obermaterial. In nassen, schmutzigen Bereichen ist S3 deshalb die praktikablere Wahl.
  • S7 ist keine Klasse der EN ISO 20345, sondern eine Handelsbezeichnung für S3-Modelle mit zusätzlicher Kälte- oder Wärmeisolierung.
  • Orientierungspreise je Paar inkl. 19 % MwSt.: S1P etwa 60 bis 95 Euro, S3 etwa 100 bis 170 Euro, S7 etwa 150 bis 240 Euro (Beispielrechnung).
  • Für die Beschaffung zählen CE-Kennzeichnung, Baumusterprüfbescheinigung und die Kennzeichnung im Schuh.

Normgrundlage: was hinter den Kürzeln steht

Sicherheitsschuhe werden nach EN ISO 20345 geprüft und gekennzeichnet. Die Kennzeichnung beschreibt Grundanforderungen und Zusatzausstattung. S1 bedeutet geschlossener Schuh mit Zehenkappe, Antistatik, Energieaufnahme im Fersenbereich sowie Beständigkeit gegen Öl und Kraftstoff. Das angehängte P steht für Durchtrittschutz. Die DGUV erläutert die Zuordnung von Normen und Prüfgrundlagen in ihrer Übersicht zur Normung in der Prävention.

S2 ergänzt S1 um wasserdichtes Obermaterial und geringe Wasseraufnahme des Obermaterials. S3 entspricht S2 plus Durchtrittschutz und profilierter Laufsohle. Wer S1P mit S3 vergleicht, vergleicht also zwei Schuhe mit Durchtrittschutz. Der Unterschied liegt im Obermaterial und im Profil, nicht im P.

Eine Klasse S7 führt die EN ISO 20345 nicht. Im Handel erscheint die Bezeichnung bei Modellen, die auf S3 aufbauen und zusätzliche Anforderungen wie Kälteisolierung (CI) oder Wärmeisolierung (HI) erfüllen. Beim Vergleich lohnt der Blick in die Leistungserklärung, denn dort steht, welche Zusatzkennzeichnung geprüft wurde.

Durchtrittschutz, Sohlenmaterial und Einsatzbereich

Durchtrittschutz bedeutet eine Einlage in der Sohle, die eine Prüfnadel mit definierter Kraft zurückhält. Bei S1P und S3 ist sie Pflicht, sobald das P geführt wird. Unterschiede zeigen sich beim Sohlenmaterial: S1P-Schuhe tragen meist eine flache PU- oder Gummilaufsohle für Hallenböden, S3-Schuhe eine profilierte Sohle für unebene Flächen im Freien.

Elten, Haix, Atlas und Uvex führen Modelle in beiden Klassen. Die Übersicht ordnet die drei Bezeichnungen nach Durchtrittschutz, Sohlenmaterial, Einsatzbereich und Preis.

Klasse Durchtrittschutz Obermaterial Laufsohle Einsatzbereich Richtpreis je Paar inkl. 19 % MwSt.
S1P ja Leder oder Textil, nicht wasserdicht flache PU- oder Gummisohle Logistik, Montage, trockene Hallenböden 60 bis 95 Euro
S3 ja Leder, häufig mit Membran profilierte Sohle mit grobem Profil Bau, Produktion, Außenbereich, Nässe 100 bis 170 Euro
S7 ja, wenn P geführt wird Leder mit Membran profilierte, zusätzlich isolierte Sohle Kältebereiche, Wechselbereiche im Freien 150 bis 240 Euro

Die Preise sind Orientierungswerte aus dem Handel und als Beispielrechnung zu lesen. Sie schwanken nach Modell, Größe, Sohlenmaterial und Staffelmenge. S1P-Schuhe sind meist leichter, S3-Modelle schwerer.

Anbieter und Preise je Paar in Euro

Bei Uvex finden sich S1P- und S3-Modelle mit PU-Sohle und Textil- oder Lederschaft. Die Produktübersicht zu Sicherheitsschuhen von Uvex nennt Schutzklasse und Zusatzkennzeichnungen je Modell, was den Abgleich mit dem Gefährdungsbereich erleichtert. Uvex-Modelle liegen je nach Klasse zwischen 70 und 160 Euro inkl. 19 % MwSt.

Engelbert Strauss führt alle drei Bezeichnungen und weist Preise je Paar aus. Die Sicherheitsschuhe in allen Schutzklassen zeigen die Spanne: einfache S1P-Modelle beginnen in der Größenordnung von 60 Euro, S3-Schuhe mit Membran liegen eher bei 120 bis 180 Euro inkl. 19 % MwSt.

Elten und Atlas bewegen sich bei S3-Schuhen häufig zwischen 100 und 160 Euro, Haix liegt bei robusten Außen- und Forstmodellen meist zwischen 140 und 230 Euro. Diese Angaben sind Beispielrechnungen auf Basis üblicher Handelspreise, keine tagesaktuellen Angebote.

Beschaffung: Prüfnachweise und Dokumentation

Vor der Serienbestellung prüft der Einkauf die Baumusterprüfbescheinigung, die CE-Kennzeichnung und die Kennzeichnung im Schuh. Die DGUV beschreibt das Verfahren in ihrer Übersicht zu Prüfung und Zertifizierung.

Sinnvoll ist eine Trageschuhprobe mit den vorgesehenen Socken, weil Leistenform und Weite die Akzeptanz stärker beeinflussen als der Preis. Nach der Auslieferung gehören Tragezeitgrenzen und Austauschintervalle in die Betriebsanweisung.

Häufige Fragen

Haben S1P und S3 beide einen Durchtrittschutz?

Ja. Das P steht bei beiden für die durchtritthemmende Zwischensohle. Unterschiede liegen bei Wasserdichtigkeit des Obermaterials und Profil der Laufsohle.

Ist S7 eine genormte Schutzklasse?

Nein. Die EN ISO 20345 kennt S1 bis S5. S7 ist eine Bezeichnung des Handels für Modelle mit erweiterten Zusatzanforderungen wie CI oder HI.

Was kostet ein Paar Sicherheitsschuhe in S3?

Als Richtwert gelten 100 bis 170 Euro je Paar inkl. 19 % MwSt. Das ist eine Beispielrechnung, Membran und Sohlenmaterial verschieben den Preis deutlich.

Wann reicht die Klasse S1P aus?

In trockenen Hallenbereichen ohne Nässe und ohne Bedarf an grobem Profil, etwa in Logistik, Montage und Lager.

Woran erkennt man geprüfte Sicherheitsschuhe?

An der Kennzeichnung im Schuh: Norm, Schutzklasse, Hersteller, Größe und Herstellungsdatum. Hinzu kommen CE-Zeichen und Baumusterprüfbescheinigung.

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