Berufsbekleidung
Teil von Wetterschutzkleidung prüfen: Normen, Warnwesten und Atmungsaktivität bewerten
Wetterschutz Jacken, Hosen und Kombinationen im Vergleich
Wetterschutz Vergleich: Jacken, Hosen und Kombinationen von Engelbert Strauss, Mascot und Kübler mit DIN EN 343, Warnschutz und Preisen je Teil inkl. MwSt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Jacken schützen Rumpf und Arme, Hosen die Beine. Die höchste Warnschutzklasse 3 nach DIN EN ISO 20471 erreichen viele Modelle erst als abgestimmtes Set.
- DIN EN 343 bewertet Regenbekleidung über zwei Kennzahlen: Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität. Für Kälte gelten DIN EN 342 und DIN EN 14058.
- Engelbert Strauss, Mascot und Kübler führen alle drei Bauformen. Jacken kosten meist 70 bis 160 Euro, Hosen 60 bis 130 Euro, Sets 130 bis 250 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
- Entscheidend sind Tätigkeit, Tragezeit und Sichtbarkeitspflicht. Ein Set lohnt sich bei Ganztagsarbeit im Freien oder vorgeschriebener Warnkleidung.
Normen: Was DIN EN 343 und DIN EN ISO 20471 vorgeben
DIN EN 343 ist die Grundlage für Regenbekleidung. Sie bewertet Wasserdichtigkeit und Wasserdampfdurchlässigkeit. Im Etikett stehen zwei Ziffern, zuerst die Dichtigkeit, dann die Atmungsaktivität.
Je höher beide Werte, desto länger hält die Jacke dicht und desto weniger Wärmestau entsteht. Bei schwerer Arbeit zählt die zweite Ziffer stärker als die erste.
Regen ist nicht Kälte. Für niedrige Temperaturen kommen DIN EN 342 und DIN EN 14058 hinzu. Sichtbarkeit regelt DIN EN ISO 20471 in den Klassen 1 bis 3.
Klasse 3 verlangt eine große Leuchtfläche plus Reflexstreifen an Armen und Beinen. Diese Fläche entsteht meist erst, wenn Jacke und Hose zusammen getragen werden.
Wie Normen Schutzmaßnahmen im Betrieb konkretisieren, fasst die DGUV unter Normung im Arbeitsschutz zusammen. Grundlagen zur Normungsarbeit liefert das DIN unter Arbeitsschutz in der Normung.
Jacken, Hosen und Kombinationen im direkten Vergleich
Der Vergleich ordnet die drei Bauformen nach Schutzbereich, Warnschutzklasse und Preis.
| Kriterium | Jacke | Hose | Kombination |
|---|---|---|---|
| Schutzbereich | Rumpf, Arme | Beine, Knie | Oberkörper und Beine |
| Warnschutz | Klasse 1 bis 3, je nach Modell | Klasse 1 oder 2 | häufig Klasse 3 im Verbund |
| Preis je Teil inkl. 19 % MwSt. | 70 bis 160 Euro | 60 bis 130 Euro | 130 bis 250 Euro |
| Typischer Einsatz | kurze Wege, Wechselorte | Arbeiten im Knien und Matsch | Ganztagsarbeit im Freien |
| Schwachpunkt | Saum, Schulternähte | Saum über den Schuhen | Ersatzbeschaffung nur im Set |
Eine Jacke allein deckt den Oberkörper ab. Regen läuft am Saum ab und durchnässt die Hose, wenn die Längen nicht zusammenpassen.
Hosen schützen Knie, Sitzfläche und Schienbein. Sie sind einzeln günstiger, sitzen aber oft wärmer und lassen sich schwerer über Sicherheitsschuhe wechseln.
Kombinationen sind aufeinander abgestimmt. Farbe, Klasse und Passform passen zusammen, und die Hersteller dokumentieren die gemeinsam erreichte Warnschutzklasse.
Ein Nachteil bleibt: Fällt ein Teil aus, muss passender Ersatz beschafft werden. Einzelteile lassen sich dagegen kurzfristig austauschen.
Ein weiteres Kriterium ist das Material. Beschichtete Gewebe sind günstiger und dicht, Membranen kosten mehr, lassen aber mehr Feuchtigkeit nach außen. Bei schwerer Arbeit über acht Stunden lohnt die Membran.
Preise und eine Beispielrechnung
Die Preise schwanken mit Material, Klasse und Größe. Für Standardmodelle gelten diese Orientierungswerte, alle Angaben inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
- Jacke mit Kapuze und verschweißten Nähten: 70 bis 160 Euro.
- Hose mit Knieverstärkung: 60 bis 130 Euro.
- Set aus Jacke und Hose: 130 bis 250 Euro.
- Warnschutz-Set der Klasse 3: 180 bis 300 Euro.
Beispielrechnung für 20 Beschäftigte im Einzelkauf: 20 × 110 Euro für die Jacke plus 20 × 90 Euro für die Hose ergibt 4.000 Euro.
Als Set zu 180 Euro kostet dieselbe Ausstattung 3.600 Euro. Die Differenz von 400 Euro entsteht durch den Bündelpreis, nicht durch geringeren Schutz.
Anbieter und ihre Schwerpunkte
Engelbert Strauss aus Biebergemünd führt ein breites Sortiment an Arbeitskleidung für Industrie und Handwerk. Wetterschutzjacken der Eigenmarken reichen von leichten Regenjacken bis zu Winterjacken mit Warnschutz.
Mascot International aus Dänemark setzt auf robuste Workwear für Industrie und Bau. Die Serien sind aufeinander abgestimmt, damit Jacke und Hose gemeinsam zertifiziert werden können.
Kübler Workwear bietet ein breites Größensystem und viele Warnschutz-Sets. Beide Anbieter liefern über Fachhandel und Onlinehändler.
Vor der Bestellung lohnt der Blick auf das Etikett: Nur dort stehen die erreichten Klassen und die Pflegehinweise.
In fünf Schritten zur Entscheidung
- Tätigkeit, Witterung und Tragezeit je Arbeitsplatz erfassen.
- Schutzziele festlegen: nur Regen, zusätzlich Kälte oder Warnsichtbarkeit.
- Kennzahlen im Etikett prüfen, etwa DIN EN 343 und DIN EN ISO 20471.
- Kombinationsfreigabe des Herstellers erfragen und Größen im Trageversuch testen.
- Reinigungs- und Imprägnierplan aufstellen, damit die Werte erhalten bleiben.
Anforderungen an Arbeitsmittel und deren Prüfung bündelt die DGUV in ihrer Übersicht zu Arbeitsmitteln.
Häufige Fragen
Reicht eine Jacke nach DIN EN 343 für die ganzjährige Außenarbeit?
Nein. Für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommt Kälteschutz nach DIN EN 342 hinzu, für kürzere Einsätze im Kühlbereich DIN EN 14058.
Woran erkenne ich Warnschutz der Klasse 3?
An der ausgewiesenen Leuchtfläche und den Reflexstreifen. Viele Jacken erreichen Klasse 3 nur zusammen mit der passenden Hose.
Was kostet ein komplettes Wetterschutz-Set?
Orientierungswert für Standardware sind 130 bis 250 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Warnschutz-Sets liegen bei 180 bis 300 Euro.
Muss dichte Wetterschutzbekleidung überhaupt gewaschen werden?
Ja. Schweiß, Öl und Staub setzen die Atmungsaktivität herab. Die Pflegehinweise des Herstellers erhalten Imprägnierung und Reflexstreifen.