Berufsbekleidung
Teil von Wetterschutzkleidung prüfen: Normen, Warnwesten und Atmungsaktivität bewerten
Wetterschutzkleidung Checkliste für Außenarbeitsplätze
Wetterschutzkleidung Checkliste: Normen, Warnschutzklassen, Größen, Prüffristen, Dokumentation und Beispielkosten je Satz inklusive Mehrwertsteuer.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Prüfen Sie zuerst die Gefährdungsbeurteilung. Sie sagt, welche Wetterschutzkleidung Ihr Team braucht.
- Warnkleidung trägt eine Klasse nach DIN EN ISO 20471: Klasse 1, Klasse 2 oder Klasse 3.
- Vor jedem Tragen gilt eine Sichtprüfung. Feste Prüftermine gehören in den Ausgabeplan.
- Ein kompletter Satz kostet in der Beispielrechnung 398,20 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.
Zuerst die Gefährdungsbeurteilung, dann die Bestellung
Regen, Wind, Kälte und Sonne treffen draußen oft zusammen. Bau, Logistik und Produktion haben dabei sehr verschiedene Belastungen. Prüfen Sie deshalb zuerst, welcher Witterung Ihre Beschäftigten ausgesetzt sind. Notieren Sie auch, wie lange die Arbeit im Freien dauert. Zwei Stunden Regen brauchen eine andere Ausstattung als eine kurze Kontrollrunde.
Das Handbuch Gefährdungsbeurteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin führt Sie Schritt für Schritt durch diese Ermittlung.
Aus dem Ergebnis leiten Sie die Ausstattung ab. Regen bei Tageslicht braucht eine andere Lösung als Regen mit Dunkelheit und Staplerverkehr. Die PSA-Benutzungsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber, die passende Persönliche Schutzausrüstung kostenlos bereitzustellen. Dort stehen auch die Pflichten zu Unterweisung und Prüfung.
Checkliste für die Auswahl
Arbeiten Sie die Punkte der Reihe nach ab.
- Warnschutzklasse festlegen. Klasse 3 gilt für Straße und Gleis, Klasse 2 für Baustelle und Verladung, Klasse 1 nur bei geringer Gefahr.
- Wetterschutz zuordnen. Regenkleidung nach DIN EN 343, Kälteschutz nach DIN EN 14058.
- Größen erheben. Notieren Sie Körpergröße, Brustumfang und die Kleidung darunter.
- Passform prüfen. Die Warnjacke muss über Pullover und Jacke passen, sonst verrutschen die Reflexstreifen.
- Praxistest planen. Lassen Sie zwei Modelle von je drei Beschäftigten eine Woche tragen.
Warnschutzklassen nach DIN EN ISO 20471
| Klasse | Sichtbares Material | Reflexmaterial | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Klasse 1 | 0,14 Quadratmeter | 0,10 Quadratmeter | Hof und Lager mit wenig Verkehr |
| Klasse 2 | 0,50 Quadratmeter | 0,13 Quadratmeter | Baustelle, Logistik, Verladung |
| Klasse 3 | 0,80 Quadratmeter | 0,20 Quadratmeter | Straße, Gleis, Nachtarbeit |
Die Flächen gelten für das gesamte Kleidungsstück. Eine Weste allein erreicht Klasse 3 fast nie, weil Ärmel und Hosenbeine fehlen. Reflexstreifen leuchten nur, wenn Licht auftrifft. Fluoreszierendes Material macht Sie bei Tag sichtbar. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt in ihrer Information 212-016, wie Sie Warnkleidung auswählen, einsetzen und prüfen. Wie Normen im Arbeitsschutz entstehen, beschreibt das Deutsche Institut für Normung.
Prüffristen und Dokumentation
Vor jedem Tragen prüfen Sie die Kleidung kurz: Löcher, Risse, verschmutzte oder abgelöste Reflexstreifen. Ein beschädigtes Teil tauschen Sie sofort aus. Eine dokumentierte Prüfung folgt im betrieblich festgelegten Abstand. Als Faustregel gilt: mindestens einmal jährlich, bei täglicher Nutzung zweimal jährlich. Die Frist legen Sie in der Gefährdungsbeurteilung fest.
Die Dokumentation enthält Name, Größe, Artikelnummer, Ausgabedatum, Prüfdatum und Ergebnis. Notieren Sie jede Ausgabe mit Datum und Unterschrift. So sehen Sie beim Nachkauf sofort, welche Größe fehlt. Unterweisungen bestätigen die Beschäftigten schriftlich. Bewahren Sie alle Nachweise so lange auf, wie die Kleidung genutzt wird.
Was ein Satz kostet: Beispielrechnung
| Teil | Beispielpreis inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer |
|---|---|
| Warnschutzjacke Klasse 2 | 71,30 Euro |
| Warnschutzhose Klasse 2 | 59,40 Euro |
| Regenjacke | 95,10 Euro |
| Regenhose | 53,50 Euro |
| Sicherheitsstiefel der Kategorie S3 | 118,90 Euro |
| Summe je Satz | 398,20 Euro |
Das ist eine Beispielrechnung mit üblichen Marktpreisen. Ihre Preise hängen von Klasse, Marke und Stückzahl ab. Für 20 Beschäftigte ergibt die Rechnung 7.964,00 Euro für die Erstausstattung. Fragen Sie beim Lieferanten nach Staffelpreisen für größere Mengen. Dazu kommen Kosten für Ersatz und Wäsche. Bei täglicher Arbeit im Freien braucht jeder Beschäftigte zwei Sätze, weil ein Satz trocknen muss.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich Wetterschutzkleidung prüfen?
Eine Sichtprüfung machen Sie vor jedem Tragen. Eine dokumentierte Prüfung machen Sie mindestens einmal jährlich, bei täglicher Nutzung zweimal jährlich.
Reicht eine Warnweste über der Jacke?
Nur bei niedriger Klasse und geringer Gefahr. Für Klasse 3 brauchen Sie Jacke und Hose mit Reflexstreifen.
Wann brauche ich Warnschutzklasse 3?
Wenn Beschäftigte auf Straßen, an Gleisen oder bei Nacht arbeiten und der Verkehr sie gefährdet. Die Klasse ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.
Wer bezahlt die Kleidung?
Der Arbeitgeber. Die PSA-Benutzungsverordnung verpflichtet ihn, die Ausrüstung kostenlos zu stellen.
Muss ich die Prüfungen dokumentieren?
Ja. Ausgabe, Unterweisung und Prüfung gehören in eine Liste. Bei Unfällen und Kontrollen belegen Sie damit Ihre Pflichten.