Berufsbekleidung
Textilpflege Dienstleister: Leistungen, Hygienevorgaben und Kosten bewerten
Textilpflege Dienstleister im Vergleich: CWS, Initial, Berendsen, MEWA, RKI-Vorgaben, DIN EN 14065, TRBA 500 und Kosten je Kilogramm in Euro inkl. MwSt, Stand 2025.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Anbieter prägen das Geschäft in Deutschland: CWS, Initial, Berendsen und MEWA.
- Hygienevorgaben kommen vom Robert Koch-Institut, aus der DIN EN 14065 und aus der TRBA 500.
- Marktübliche Preise 2025: 0,90 bis 1,60 Euro je Kilogramm oder 0,55 bis 0,95 Euro je Teil, jeweils inklusive 19 Prozent MwSt.
- Vollserviceverträge bündeln Bereitstellung, Wäsche, Reparatur und Ersatz zu einem festen Preis.
- Entscheidend sind die Kosten je getragenem Teil und die Ausfallquote, nicht der Listenpreis.
Anbieter im Überblick
CWS bündelt Berufsbekleidung, Mietwäsche und Waschraumhygiene. Der Konzern mit Hauptsitz in Duisburg beliefert Industrie, Pflege, Gastronomie und Handel.
Initial gehört zur britischen Rentokil Initial Gruppe. Der Anbieter kombiniert Berufskleidung mit Waschraum- und Hygieneservice. Das Deutschlandgeschäft läuft über regionale Niederlassungen.
Berendsen ist seit 2017 Teil der französischen Elis-Gruppe. Das Unternehmen betreibt große Wäschereien und liefert Miettextilien an Produktionsbetriebe.
MEWA mit Sitz in Wiesbaden setzt auf Textil-Mietservice im Handwerk und in der Industrie. Das Angebot umfasst Berufskleidung, Schmutzfangmatten und Putztuchsysteme.
Alle vier arbeiten überwiegend im Vollservice. Der Kunde mietet die Kleidung, der Dienstleister wäscht, repariert und ersetzt sie.
Regionale Wäschereien sind häufig günstiger, decken aber ein kleineres Gebiet ab. Bei mehreren Standorten entscheidet die Logistik über den Preis.
Internationale Konzerne brauchen einheitliche Kleidung an allen Standorten. Das spricht für einen der vier großen Anbieter. Kurze Wege sprechen für regionale Wäschereien.
Daten zu Dienstleistungsbranchen, darunter zur Textilpflege, erhebt das Statistische Bundesamt. Daten des Statistischen Bundesamts zu Dienstleistungsbranchen Die Zahlen ordnen den Markt ein. Sie ersetzen keine eigene Kalkulation.
Die üblichen Vertragslaufzeiten liegen bei drei bis fünf Jahren. Bei einem Anbieterwechsel müssen Textilbestand und Rückgabe geregelt werden.
Hygienevorgaben: RKI, DIN EN 14065 und TRBA 500
Das Robert Koch-Institut veröffentlicht Empfehlungen zur Aufbereitung von Wäsche, vor allem für Kliniken und Pflege. Sie greifen, wenn Textilien mit Krankheitserregern belastet sein können.
DIN EN 14065 beschreibt ein Kontrollsystem für Biokontamination in Wäschereien. Die Norm verlangt eine Risikoanalyse, dokumentierte Prozesse und laufende Validierung.
TRBA 500 legt Mindestanforderungen für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen fest. Feuchtwäsche kann mikrobiell belastet sein. Deshalb gelten die Vorgaben beim Sortieren, Lagern und Transportieren.
Für den Hautschutz beim Umgang mit Wasch- und Desinfektionsmitteln liefert die DGUV konkrete Vorgaben. DGUV zu Hautgefährdungen
Wer Wasch- und Reinigungsmittel einkauft, findet beim Umweltbundesamt Bewertungen zu Inhaltsstoffen und Umweltwirkung. Umweltbundesamt zu Wasch- und Reinigungsmitteln
Zusätzlich gilt das DGUV-Regelwerk zu Gefahrstoffen, wenn Reinigungschemikalien gelagert und dosiert werden. DGUV-Regelwerk zu Gefahrstoffen
RKI, DIN EN 14065 und TRBA 500 gelten nicht automatisch in jeder Produktion. Sie greifen erst bei biologischen Arbeitsstoffen oder hohen Hygieneanforderungen.
Die Einordnung fällt je Branche unterschiedlich aus:
- Gesundheitswesen und Lebensmittelproduktion: hohe Anforderungen, dokumentierte Prozesse.
- Metall- und Maschinenbau: Arbeitsschutz im Vordergrund, selten Infektionsschutz.
- Chemie und Pharma: beides plus Anforderungen an Reinräume.
Prüfe vor Vertragsschluss, welche Klasse für den Betrieb gilt. Die Einstufung bestimmt Prozess, Dokumentation und Preis. Die Nachweise müssen auf Verlangen der Aufsichtsbehörde vorliegen.
Leistungsmodelle: Vollservice, Lohnwäsche, Kauf
Drei Modelle stehen zur Wahl.
Vollservice: Der Dienstleister stellt Textilien bereit, wäscht, repariert und ersetzt sie. Der Kunde zahlt eine feste Rate. Der Verwaltungsaufwand sinkt.
Lohnwäsche: Der Kunde besitzt die Kleidung, der Dienstleister wäscht nur. Das rechnet sich bei großen Stückzahlen und einheitlicher Kleidung.
Kauf mit Eigenpflege: Der Betrieb kauft Kleidung und wäscht selbst. Niedrige Stückzahlen und einfache Anforderungen sprechen dafür.
Die Wahl hängt von drei Größen ab: Menge, Hygieneklasse und Standortzahl. Vollservice lohnt ab etwa 50 Beschäftigten mit regelmäßigem Wechsel.
Bei Schutzkleidung mit Normkennzeichnung zählt der Funktionserhalt. Die Reinigung darf Schutzfunktionen nicht mindern. Der Nachweis gehört in den Vertrag.
Der Kauf lohnt selten bei häufiger Wäsche. Nach etwa 50 Waschgängen lässt die Wirkung von Imprägnierungen nach.
Kosten: Kilogrammpreis, Teilpreis und Vollservice
Marktübliche Orientierungswerte, Stand 2025, alle Beträge inklusive 19 Prozent MwSt:
| Leistung | Untere Grenze | Obere Grenze |
|---|---|---|
| Wäsche je Kilogramm | 0,90 Euro | 1,60 Euro |
| Wäsche je Teil | 0,55 Euro | 0,95 Euro |
| Vollservice je Teil und Woche | 3,50 Euro | 7,00 Euro |
| Textilbereitstellung je Teil und Monat | 1,20 Euro | 3,50 Euro |
Diese Werte dienen als Orientierung für Ausschreibungen. Sie sind keine Angebote einzelner Anbieter.
Transport, Mindestmengen und Vertragslaufzeit verschieben den Preis. Mindestmengen liegen häufig bei 300 bis 500 Kilogramm pro Monat. Kleine Betriebe zahlen Aufschläge.
Preistreiber sind Energie, Lohn und Logistik. Die Preisanpassungsklausel legt fest, wie stark diese Kosten auf die Rate durchschlagen. Eine Rückvergütung bei Unterschreitung der Mindestmenge gibt es nicht.
Rechenbeispiel für 120 Beschäftigte
Ein Produktionsbetrieb mit 120 Beschäftigten rechnet mit fünf Kleidungsteilen je Person und Woche. Das ergibt 600 Teile pro Woche oder rund 2.600 Teile pro Monat.
Bei 0,75 Euro je Waschgang fallen 1.950 Euro monatlich an. Dazu kommt die Textilbereitstellung. Bei 2,00 Euro je Teil und Monat sind das 5.200 Euro.
Die Gesamtkosten liegen damit bei rund 7.150 Euro pro Monat inklusive MwSt. Je Beschäftigtem sind das etwa 60 Euro monatlich.
Die Rechnung nach Gewicht führt zum gleichen Bild. 2.600 Teile wiegen bei 0,6 Kilogramm je Teil rund 1.560 Kilogramm. Bei 1,20 Euro je Kilogramm ergeben sich 1.872 Euro reine Waschkosten.
Der Kern: Der Kilogrammpreis deckt nur die Wäsche. Erst die Bereitstellung ergibt den tatsächlichen Preis je getragenem Teil.
Leistungen vergleichen: Checkliste
Prüfe jeden Anbieter anhand dieser Punkte:
- Übernimmt der Dienstleister Reparatur und Ersatz, und in welcher Frist?
- Wie hoch ist die vereinbarte Ausfallquote je Lieferung?
- Welche Zertifikate liegen vor, etwa DIN EN 14065?
- Wie oft wird geliefert, und welche Standorte deckt die Wäscherei ab?
- Welche Laufzeit und Kündigungsfrist gelten?
Achte auf die Schwundquote. Sie beschreibt, wie viele Teile pro Jahr verloren gehen. Üblich sind 3 bis 8 Prozent. Den Ersatz zahlt meist der Kunde.
Prüfe die Nachlieferzeit. Bei Kleidung mit Schutzfunktion darf keine Lücke entstehen. Ersatz sollte binnen 48 Stunden verfügbar sein.
Kontrolliere die Rechnungsstellung. Mengen und Gewichte müssen zur vereinbarten Abrechnungsbasis passen.
Schutzkleidung und Mietwäsche trennen
Schutzkleidung nach PSA-Verordnung gehört dem Arbeitgeber. Sie darf nicht in die normale Mietwäsche geraten. Sonst ist der Funktionsnachweis gefährdet.
Kontaminierte Schutzkleidung wird getrennt gesammelt und aufbereitet. Die Mindestanforderungen für Feuchtwäsche stehen in der TRBA 500.
Für jeden Kleidungsartikel gehört eine klare Zuordnung in das Lastenheft. Das verhindert Vermischung und Verlust.
Ausschreibung und Vertrag in fünf Schritten
- Bedarf erfassen: Kleidungsarten, Mengen, Standorte und Hygieneklasse dokumentieren.
- Lastenheft schreiben: Schutzfunktionen, Normen und Zertifikate festlegen.
- Angebote einholen: mindestens drei Anbieter, Preise je Kilogramm und je Teil getrennt abfragen.
- Probebetrieb vereinbaren: 8 bis 12 Wochen mit fester Bewertung von Qualität und Ausfallquote.
- Vertrag schließen: Laufzeit, Preisanpassung, Schwund und Kündigung klären.
Die Normung im Arbeitsschutz setzt den Rahmen für Schutzkleidung. Das DIN beschreibt, wie Normen Arbeitsschutzanforderungen absichern. DIN zu Arbeitsschutz und Normung
Häufige Fragen
Wie oft muss Arbeitskleidung gewaschen werden?
Das hängt von der Belastung ab. Bei körperlicher Arbeit gilt täglich, bei Bürokleidung reicht wöchentlich. Hygienekritische Bereiche geben den Takt vor.
Wer haftet bei verlorenen Kleidungsstücken?
Der Vertrag regelt das. Üblich ist eine Schwundquote, bis zu der der Kunde nicht zahlt. Darüber trägt der Dienstleister den Ersatz.
Was kostet Textilpflege pro Kilogramm?
Marktübliche Vollservicepreise liegen 2025 bei 0,90 bis 1,60 Euro je Kilogramm inklusive 19 Prozent MwSt. Mindestmengen erhöhen den Preis bei kleinen Betrieben.
Ist DIN EN 14065 Pflicht?
Nein, gesetzlich nicht. Sie ist ein freiwilliges Kontrollsystem. In Ausschreibungen des Gesundheitswesens wird sie häufig verlangt.
Kann ich Arbeitskleidung selbst waschen?
Ja, wenn der Arbeitgeber die Pflege übernimmt. Bei Schutzkleidung mit Normkennzeichnung muss die Reinigung die Schutzfunktion erhalten.
In diesem Leitfaden
- Textilpflege Dienstleister oder eigene Waschmaschine im BetriebTextilpflege oder eigene Waschmaschine im Betrieb: Kosten je Kilogramm inklusive 19 Prozent MwSt., Hygiene nach RKI und DGUV Regel 112-995 im Vergleich.
- 3 Wege zur hygienischen Aufbereitung von ArbeitskleidungArbeitskleidung hygienisch aufbereiten: drei Wege mit RKI-Liste, TRBA 500 und DIN EN 14065, plus Beispielkosten je Kilogramm in Euro inklusive 19 % MwSt.
- Textilpflege Dienstleister Kosten und RKI-Vorgaben im VertragTextilpflege Kosten 2025: Preise je Teil und Kilogramm in Euro inkl. MwSt., Vertragslaufzeiten, RKI-Vorgaben und Anbieter wie CWS, Initial, Berendsen und MEWA.