Berufsbekleidung

Teil von Handschutz auswählen: Schutzklassen, Materialien und Tragezeiten im Betrieb

Handschutz auswählen im Vergleich zu Hautschutzplänen

Handschutz oder Hautschutzplan: Vergleich mit TRGS 401, DGUV Regel 112-195, Produkten von Uvex, KCL und Mapa sowie Kosten je Beschäftigten pro Monat.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Handschuhe schützen bei direktem Kontakt, Hautschutzpläne decken Feuchtarbeit, Pausen und Tätigkeiten ohne Handschuhpflicht ab.
  • Die TRGS 401 fordert eine Gefährdungsbeurteilung der Haut und einen Hautschutzplan, wenn technische Maßnahmen nicht ausreichen.
  • Die DGUV Regel 112-195 regelt Auswahl, Benutzung und Bereitstellung von Schutzhandschuhen.
  • Uvex, KCL und Mapa decken ähnliche Handschuhtypen ab, unterscheiden sich aber bei Passform, Permeationsdaten und Lieferzeit.
  • Eine Beispielrechnung ergibt 5,71 Euro bis 35,70 Euro je Beschäftigten und Monat inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Wann Handschuhe, wann Hautschutzplan greifen

Die TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt" gilt für Tätigkeiten mit Hautkontakt zu Gefahrstoffen. Sie ordnet technische und organisatorische Maßnahmen vor der persönlichen Schutzausrüstung ein. Handschuhe sind deshalb eine Stufe im Konzept, nicht die erste Wahl.

Handschuhe haben Grenzen. An rotierenden Maschinen mit Einzugsgefahr dürfen sie nur mit ausdrücklicher Freigabe getragen werden. Nach längerem Tragen entsteht ein feuchtes Hautmilieu, Okklusion genannt. Die Hornschicht quillt auf und nimmt Reizstoffe leichter auf.

Der Hautschutzplan greift dort, wo Handschuhe nicht durchgängig möglich sind. Er ordnet Reinigung, Schutz und Pflege der Hände nach Tätigkeit und Zeitpunkt. Unter Hautgefährdungen am Arbeitsplatz bündelt die DGUV Informationen zu Schutzmaßnahmen, Hautschutzplan und Unterweisung.

Als Feuchtarbeit gilt nach TRGS 401 unter anderem der Umgang mit Wasser oder wässrigen Lösungen über mehr als vier Stunden je Arbeitstag. Auch häufiges Händewaschen zählt dazu. Betriebsärzte prüfen in diesen Fällen, ob eine Angebotsvorsorge nach ArbMedVV sinnvoll ist, und passen den Hautschutzplan an.

Produkte von Uvex, KCL und Mapa im Vergleich

Verglichen wird nicht die Marke, sondern der Einsatzfall. Entscheidend sind Chemikalienliste, Permeationszeit nach EN ISO 374, Schnittschutzklasse nach EN 388 und Kategorie III nach PSA-Verordnung (EU) 2016/425. Erst danach folgen Passform, Schweißbildung und Preis.

Uvex führt unter der Produktübersicht von uvex safety zu Sicherheitsschuhen, Handschutz und Schutzkleidung unter anderem die Reihen u-chem und rubiflex für Chemikalienschutz. KCL bietet mit Camatril Nitrilkautschuk und mit Camapren Chloroprenkautschuk an. Mapa deckt mit Ultra Nitrile Einweg- und Mehrweganwendungen ab, Temp-Tec steht für Kälteschutz.

Alle drei Anbieter stellen in der Regel chemische Beständigkeitslisten bereit. Diese Listen gelten nur für die geprüfte Mischung, nicht für ähnliche Produkte. Wer ein Lösemittelgemisch verwendet, muss die Permeationsdaten beim Hersteller für genau dieses Gemisch anfragen.

Beispielrechnung: Kosten je Beschäftigten und Monat

Angenommen werden 21 Arbeitstage, ein Verbrauch von 1500 Milliliter Hautschutzprodukten je Monat und ein mittlerer Preis von 2 Cent je Milliliter. Das sind Beispielwerte, keine Herstellerpreise. Unterweisung, Spender und Arbeitszeit sind nicht enthalten.

Variante Verbrauch je Monat Netto je Monat Brutto je Monat (19 % MwSt.)
Nur Einweghandschuhe (Nitril) 80 Stück zu 0,06 Euro 4,80 Euro 5,71 Euro
Nur Hautschutzplan 1500 Milliliter zu 0,02 Euro 30,00 Euro 35,70 Euro
Kombination 60 Handschuhe, 1 Paar Mehrweg, 600 Milliliter Pflege 18,60 Euro 22,13 Euro

Die Kombination ist in vielen Betrieben wirtschaftlich, weil sie Handschuhwechsel reduziert. Reine Hautschutzprogramme verursachen höhere Materialkosten, senken aber Ausfallzeiten durch Handekzeme. Einkauf und Betriebsarzt sollten die Zahlen je Arbeitsbereich getrennt erheben, weil Verbrauch und Erkrankungsrisiko stark schwanken.

Hautschutzplan in fünf Schritten aufstellen

  1. Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz und TRGS 401 erstellen, Hautgefährdungen je Arbeitsbereich erfassen.
  2. Schutzmaßnahmen festlegen, Handschuhe und Hautschutzprodukte kombiniert planen.
  3. Produkte auswählen, Verträglichkeit und Duftstofffreiheit prüfen, Betriebsarzt beteiligen.
  4. Spender und Kennzeichnung installieren, Verbrauchsmaterial in Reichweite bereitstellen.
  5. Unterweisen, Wirksamkeit kontrollieren, Plan bei Verfahrensänderungen aktualisieren.

Methodische Grundlagen für Schritt eins liefert das Handbuch Gefährdungsbeurteilung der BAuA.

Häufige Fragen

Reichen Handschuhe allein aus?

Nein, wenn die Haut vor und nach dem Tragen mit Wasser oder Reinigungsmitteln in Berührung kommt. Dort ergänzt ein Hautschutzplan die Handschuhe.

Welche Handschuhe schützen vor Lösemitteln?

Handschuhe aus Butylkautschuk, Fluorkautschuk oder Mehrschichtmaterial, abhängig vom Stoff. Die Auswahl erfolgt über die Permeationsdaten des Herstellers, nicht über das Material allein.

Was kostet ein Hautschutzplan je Beschäftigten?

In der Beispielrechnung 35,70 Euro pro Monat inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Bei kombiniertem Einsatz sinkt der Wert auf rund 22 Euro.

Muss der Betriebsarzt den Hautschutzplan freigeben?

Er muss ihn nicht genehmigen, sollte aber bei Auswahl und Verträglichkeit beteiligt werden. Er erkennt Unverträglichkeiten früh.

Gilt die TRGS 401 für alle Betriebe?

Sie gilt für Tätigkeiten mit Hautgefährdung durch Gefahrstoffe, unabhängig von der Branche. Auch Reinigungs- und Küchenbetriebe fallen darunter.

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