Schutzhandschuh mit EN 388 Piktogramm neben Stahlblech und öligem Maschinenteil
Bild: Arbeitskleiderwahl

Berufsbekleidung

Teil von Handschutz auswählen: Schutzklassen, Materialien und Tragezeiten im Betrieb

Wie Sie Handschutz nach EN 388 und Einsatzprofil auswählen

Handschutz EN 388 auswählen: Prüfwerte, Schnittschutzlevel A bis F, Einsatzprofil, DGUV Regel 112-195, Beispielpreise je Paar inkl. 19 % MwSt. für die Praxis.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • EN 388 bewertet vier mechanische WerteAbrieb, Schnitt, Weiterreißen, Durchstich.
  • Der Schnittschutz steht seit 2016 als Buchstabe A bis F für 2 bis 30 Newton.
  • Auswahl folgt der Gefährdungsbeurteilung, nicht dem Katalogpreis.
  • DGUV Regel 112-195 und die BAuA liefern Vorgaben und Prüfschema.
  • Beispielpreise je Paar1,20 Euro bis 28,00 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Die vier Prüfwerte der EN 388 lesen

EN 388 ist die Prüfnorm für Schutzhandschuhe gegen mechanische Gefährdungen. Unter dem Piktogramm mit dem Hammer stehen vier Zahlen. Sie stehen für Abrieb, Schnitt im Coup-Test, Weiterreißen und Durchstich. Die Skala reicht jeweils von 1 bis 4, beim Schnitt bis 5. Höhere Zahlen bedeuten höhere Beständigkeit in der genormten Prüfung.

EN 388 Prüfwerte und Skalen

Abrieb

Skala
1–4
Einheit
Umdrehungen
Stufe 1
100
Höchste Stufe
8000

Schnitt (Coup)

Skala
1–5
Einheit
Index
Stufe 1
1
Höchste Stufe
5

Weiterreißen

Skala
1–4
Einheit
Newton
Stufe 1
10
Höchste Stufe
75

Durchstich

Skala
1–4
Einheit
Newton
Stufe 1
20
Höchste Stufe
150

Abrieb wird mit Schleifpapier geprüft. Stufe 1 entspricht 100 Umdrehungen, Stufe 4 entspricht 8000 Umdrehungen. Beim Weiterreißen steigen die Werte von 10 auf 75 Newton, beim Durchstich von 20 auf 150 Newton. Diese drei Werte sagen viel über die Standzeit im Alltag.

Seit der Ausgabe 2016 gilt für Schnittschutz zusätzlich eine Buchstabenskala von A bis F aus dem TDM-Test nach ISO 13997. Die Schwellen liegen bei 2 Newton für A und 30 Newton für F. Bei scharfen Kanten aus Blech oder Glas ist der Buchstabe die belastbare Angabe, weil der Coup-Test bei stumpfenden Materialien unbrauchbar wird.

Prüfen Sie vor der Bestellung das Etikett. Der Handschuh muss als PSA gekennzeichnet sein, mit Piktogramm, Norm und Leistungsstufen. Ohne diese Angaben ist es kein zertifizierter Schutzhandschuh.

Vom Einsatzprofil zum Handschuh

Die Auswahl beginnt bei der Gefährdungsbeurteilung. Das Handbuch Gefährdungsbeurteilung der BAuA beschreibt, wie Sie Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen daraus ableiten.

  1. Tätigkeit beobachten und Gefährdungen sammelnSchnitt, Abrieb, Durchstich, Hitze, Kälte, Chemikalien, elektrische Spannung.
  2. Passende Norm zuordnenEN 388 für mechanische Risiken, EN 407 für Hitze, EN ISO 374 für Chemikalien.
  3. Schnittschutzlevel festlegen. Bei glatten Werkstücken genügt A oder B, bei scharfen Kanten ist C bis E realistisch.
  4. Musterpaare in der realen Tätigkeit testen. Prüfen Sie Griffigkeit, Passform und Schwitzverhalten.
  5. Wechselintervall festlegen und Bestellmengen bündeln. Das senkt Kosten je Paar und Nachbestellaufwand.

Als Nachschlagewerk zur Auswahl und Benutzung von Schutzhandschuhen dient die DGUV-Übersicht zu Arbeitsmitteln.

Rechtlich verbindlich ist die PSA-Benutzungsverordnung. Sie verlangt geeignete Schutzausrüstung, Unterweisung der Beschäftigten und Dokumentation der Benutzung. Die DGUV Regel 112-195 konkretisiert das für Handschuhe: Sie beschreibt Auswahl, Tragezeit, Pflege und Austausch.

Arbeiten über vier Stunden mit demselben Handschuh führen zu Schweiß und Hautproblemen. Planen Sie Wechsel ein und bieten Sie Hautschutz an. Standzeit schlägt Preis: Ein Paar für 12,00 Euro, das vier Wochen hält, kostet 3,00 Euro pro Woche. Ein Paar für 4,00 Euro mit wöchentlichem Wechsel kostet mehr.

Material und Beschichtung nach Tätigkeit

Polyurethan-Beschichtungen sind dünn und lassen viel Tastgefühl. Sie passen zur feinen Montage mit kleinen Schrauben und Steckern. Nitril-Schaum greift auf öligen und glatten Teilen besser und bleibt rutschfest.

Für grobe, abrasive Arbeiten an Steinen und Schüttgut ist Leder wirtschaftlich, weil es lange durchhält. Schnittschutz entsteht durch HPPE-Fasern oder eingearbeiteten Stahldraht, meist kombiniert mit einer Beschichtung.

Feuchtigkeit erfordert wasserdichte Modelle mit Neopren oder PVC. Diese bieten weniger Tastgefühl, halten Hände und Unterarme aber trocken.

Beispielpreise je Paar

Die folgenden Beispielpreise gelten für Abnahme ab zwölf Paar und enthalten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Sie sind Anhaltswerte aus dem Kataloggeschäft, keine Angebote.

HandschuhtypSchnittschutzPreis je Paar inkl. 19 % MwSt.
Montagehandschuh, PUStufe A1,20 bis 3,50 Euro
Montagehandschuh, Nitril-SchaumStufe B2,50 bis 5,00 Euro
Schnittschutzhandschuh, HPPEStufe C6,00 bis 12,00 Euro
Schnittschutzhandschuh, HPPEStufe D bis E10,00 bis 18,00 Euro
Schnittschutzhandschuh mit StahldrahtStufe F18,00 bis 28,00 Euro

Vergleichbare Modelle führt das Sortiment an Arbeitskleidung bei Engelbert Strauss.

Beispielrechnung: Ein Mitarbeiter wechselt alle zwei Wochen und benötigt damit 26 Paar im Jahr. Bei 1,80 Euro je Paar inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer ergibt das 46,80 Euro pro Jahr und Person.

Häufige Fragen

Welcher Schnittschutzlevel reicht für Blechmontage?

Ab Stufe C, bei scharfen Kanten und hoher Schnittgeschwindigkeit D oder E. Testen Sie Musterpaare am eigenen Werkstück.

Was bedeutet die Buchstabenskala A bis F?

Sie gibt die Schnittfestigkeit nach ISO 13997 in Newton an, von 2 Newton bei A bis 30 Newton bei F.

Wie oft muss ich Handschuhe wechseln?

Nach Verschleiß, Durchfeuchtung oder Verunreinigung, nicht nach Kalender. Prüfen Sie Griffigkeit und Beschichtung wöchentlich.

Reicht ein hoher Abriebwert als Schnittschutz?

Nein. Abrieb und Schnitt werden getrennt geprüft. Ein abriebfester Lederhandschuh kann trotzdem schnittempfindlich sein.

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