Textilpflege-Dienstleister: Vollservice, Hygiene-Normen und Monatspreise im Überblick
Bild: Arbeitskleiderwahl

Berufsbekleidung

Teil von Textilpflege Dienstleister: Leistungen, Hygienevorgaben und Kosten bewerten

Textilpflege Dienstleister: Welche Leistungen für Industrie und Produktion

Textilpflege Dienstleister Leistungen: Abholung, Aufbereitung, Reparatur, Lagerhaltung, Anbieter wie CWS, Initial und MEWA, Preise je Beschäftigten inklusive MwSt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vollservice umfasst Abholung, Aufbereitung, Reparatur, Ersatzbeschaffung und Lagerhaltung.
  • Für sensible Bereiche gelten RKI-Empfehlungen und die DIN EN 14065 mit Biokontrollsystem.
  • Marktübliche Pakete kosten rund 20 bis 40 Euro je Beschäftigten und Monat inklusive 19 Prozent MwSt.
  • CWS, Initial, Berendsen und MEWA arbeiten mit Mietwäsche, Mindestmengen und Laufzeiten ab 24 Monaten.
  • Vertragsrelevant sind Abholfrequenz, Umlaufbestand, Schwundquote und Reparaturpauschale.

Leistungen im Vollservice

Ein Textilpflege-Dienstleister übernimmt den gesamten Kreislauf der Arbeitskleidung. Der Einkauf kauft damit keine Wäsche und keinen Waschprozess, sondern eine Verfügbarkeitsgarantie. Fünf Leistungsstufen sind in Industrie und Produktion üblich.

  1. Abholung der verschmutzten Textilien
  2. Sortierung und Prüfung
  3. Industrielle Aufbereitung
  4. Reparatur und Ersatzbeschaffung
  5. Lagerhaltung und Rücklieferung

Vollservice in fünf Stufen

  1. Abholungbenutzte Textilien im Werk
  2. Sortierung und Kennzeichnung per Chip
  3. AufbereitungWaschen, Trocknen, Desinfektion
  4. ReparaturKnöpfe, Reißverschlüsse, Nähte
  5. Rücklieferung und Lagerhaltung im Schrank

Zusätzlich buchbar sind Schuhreinigung, PSA-Prüfung sowie die Dokumentation der Aufbereitung für Audits. Welche Wasch- und Reinigungsmittel umweltverträglich sind, bewertet das Umweltbundesamt unter anderem nach biologischer Abbaubarkeit, Gewässerbelastung und Inhaltsstoffen.

Die Frequenz richtet sich nach Schichtmodell und Verschmutzung: Ein Dreischichtbetrieb braucht zwei bis drei Touren pro Woche, ein Einschichtbetrieb kommt mit einer aus. Entscheidend ist die Verfügbarkeitsquote, also der Anteil der Schichten, in denen die vorgeschriebene Kleidung vollständig vorliegt.

Anbieter und Vertragsmodelle

Vier Anbieter prägen den deutschen Markt. CWS bündelt Waschraum- und Arbeitsschutzsortimente und fokussiert Industrie, Gesundheitswesen und Hotellerie. Initial gehört zu Rentokil Initial und ist auf Hygiene- und Arbeitsschutzlösungen ausgerichtet.

MEWA arbeitet mit einem Miet- und Lohnwäschesystem für Industrie und Handwerk. Berendsen ist seit 2017 Teil der Elis-Gruppe und tritt in Deutschland überwiegend unter diesem Namen auf; Schwerpunkte sind Gesundheitswesen, Hotellerie und Gastronomie. Mindestmengen, Laufzeiten, Vertragsstrafen und Paketpreise regelt das Angebot.

Gewählt wird zwischen Mietwäsche und Lohnwäsche; die Definition steht in den Häufigen Fragen. Laufzeiten von 24 bis 60 Monaten sind branchenüblich, Verlängerungen greifen oft automatisch.

Vor der Ausschreibung hilft eine Bestandsaufnahme: Zahl der Träger, Kleidungsstücke je Träger, Wechselhäufigkeit und Sonderfälle wie Schweißer- oder Reinraumschutz. Angebote werden erst vergleichbar, wenn alle Anbieter dieselbe Leistungsliste und dieselbe Tourenzahl kalkulieren.

Hygiene, Normen und Arbeitsschutz

In sensiblen Bereichen reicht Sauberkeit nicht. Das Robert Koch-Institut beschreibt in seinen Empfehlungen zur Krankenhaushygiene, wie Textilien aufzubereiten und zu transportieren sind.

Die DIN EN 14065 fordert ein Biokontrollsystem, mit dem Wäschereien den hygienischen Zustand ihrer Prozesse messen und dokumentieren. Wer Lebensmittel, Pharma oder Medizintechnik produziert, sollte diesen Nachweis im Vertrag verlangen. Textilien für Reinräume werden getrennt geführt, damit saubere und kontaminierte Ware sich nicht berühren.

Die Arbeitsschutzregeln des BMAS verpflichten Betriebe, Schutzausrüstung bereitzustellen; Reinigung und Instandhaltung gehören dazu. Einen Überblick zur Normung im Arbeitsschutz liefert DIN.

Rechenbeispiel: Monatspreis je Beschäftigten

Beispielrechnung für ein Werk mit 120 Beschäftigten, fünf Textilteilen je Person und Woche, wöchentlicher Abholung: Die 2.600 Teile ergeben sich aus 120 Beschäftigten mal fünf Teilen je Woche; bei durchschnittlich 4,33 Wochen je Monat sind das rund 2.600 Teile.

Rechenbeispiel Monatspreis

PositionMenge je MonatEinzelpreisSumme
Aufbereitung2.600 Teile0,85 Euro2.210 Euro
Miettextil120 Beschäftigte4,50 Euro540 Euro
Logistik und Instandsetzung4 Touren, Pauschale150 Euro850 Euro
Summe netto3.600 Euro

Das sind 30 Euro netto je Beschäftigten und Monat, mit 19 Prozent MwSt. 35,70 Euro. Bei zwei Abholungen pro Woche steigt der Kopfpreis auf etwa 45 Euro brutto. Diese Beispielrechnung ist eine Orientierung, keine Preisliste eines Anbieters. Die marktüblichen Paketpreise nennt der Abschnitt Häufige Fragen.

Häufige Fragen

Was kostet Textilpflege je Beschäftigten?

Für einfache Mietwäschepakete sind 20 bis 25 Euro inklusive MwSt. üblich, für komplette Ausstattungen mit Hosen, Jacken und Schuhen 35 bis 45 Euro. Maßgeblich sind Abholfrequenz und Umlaufbestand.

Welche Norm gilt für die Aufbereitung?

Die DIN EN 14065 verlangt ein Biokontrollsystem in der Wäscherei. Für medizinische und sensible Bereiche kommen die RKI-Empfehlungen hinzu.

Was unterscheidet Mietwäsche von Lohnwäsche?

Bei Mietwäsche stellt der Dienstleister die Kleidung und rechnet einen Umlaufwert ab. Bei Lohnwäsche bleibt die Kleidung im Eigentum des Betriebs, berechnet wird nur die Aufbereitung.

Wie oft wird abgeholt?

Üblich sind ein bis drei Termine pro Woche, abhängig von Verschmutzungsgrad und Schichtmodell. Häufigere Touren erhöhen den Preis.

Worauf sollte der Vertrag achten?

Auf Schwundregelung, Reparaturpauschale, Preisgleitklausel und Kündigungsfristen. Ohne Schwundklausel zahlt der Betrieb fehlende Teile zum Neupreis.

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